Blogbeitrag | Leading by Example: „Position und Persönlichkeit müssen passen“

Interview mit Stefan Koch
über Führung und Spitzensport

Stefan Koch, zweifacher Trainer des Jahres in der Basketball-Bundesliga, gefragter Keynote-Speaker und Confidos-Führungskräfte-Trainer, hat mit „Leading by Example“ ein Führungsmodell aus dem Spitzensport für die Wirtschaft weiterentwickelt, mit dessen methodischem Ansatz Mitarbeiter noch besser zu führen und zu motivieren sind.

Was zeichnet einen erfolgreichen Coach im Sport aus?

Neben allgemeinen trainingswissenschaftlichen und sportartspezifischen Kenntnissen benötigt ein Coach im Spitzensport ganz viele Fähigkeiten, die auch eine Führungskraft in anderen gesellschaftlichen Bereichen an den Tag legen sollte. Es geht dabei unter anderem darum, wie ich die Grundlagen für eine konstruktive Arbeitsatmosphäre lege, wie ich die Basis für einen vertrauensvollen Umgang miteinander schaffe und wie ich Empathie und Mitgefühl in meinem Team stärke. Letztendlich muss ich meiner Mannschaft helfen, so seetauglich zu werden, dass unser Schiff auch bei stürmischem Wetter auf Kurs bleibt.

Was sind die zentralen Ansätze von  „Leading by Example“?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass die Führungskraft versteht, dass sie sich aufgrund ihrer exponierten Rolle in einer Vorbildfunktion befindet und in dieser deutlich stärker an ihren Taten als an ihren Worten gemessen wird. Darüber hinaus ist „Leading by Example“ ein auf Werten basierendes System, in dem die Führungskraft Stabilität und Berechenbarkeit verkörpern sollte. Dazu muss sie Rollenverständnis und Rollenakzeptanz fördern, sodass die Teammitglieder bereit sind, das „Wir“ vor das „Ich“ zu stellen – mannschaftliche Kompetenz vor individuelle Prominenz.

Wie kann eine Führungskraft von diesen Strategien profitieren?

Der Mensch definiert sich über seinen Charakter. Der Charakter wiederum wird geprägt von den Werten, mit denen wir uns identifizieren können. Wenn sich Führungskräfte klarmachen, welche Werte sie antreiben, wird es ihnen deutlich leichter fallen, authentisch aufzutreten. Es heißt immer, ein Mensch, der authentisch auftritt, sei besonders überzeugend. Authentizität entsteht durch den Gleichklang von Position und Persönlichkeit. Dies spielt in vielen Fragen der Führung eine entscheidende Rolle. Nehmen wir als Beispiel das Thema Kontrolle und Delegation. Wer nicht viel Verantwortung delegieren kann, ohne das Gefühl des Kontrollverlustes zu verspüren, sollte es auch nicht tun. Denn sie/er ginge damit in einen Spagat, Position und Persönlichkeit stünden in diesem Moment konträr zueinander. Deshalb sollte man auch nie Verhaltensweisen und Stile anderer kopieren, so beeindruckend sie auch zu wirken scheinen.

Dieser Beitrag erschien in confidosdialog Augabe I 2018


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